Elfried Naumann

geboren am 17.02.1925

Elfried Naumann war der Sohn von Paula und Rudolf Naumann. Die Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Leben bekam Elfried schon während seiner Kindheit in Bad Lippspringe zu spüren. Als 13-Jähriger musste er mit ansehen, wie die jüdischen Bürger im November 1938 (Reichspogromnacht) unter Drohungen in die eiskalte Lippequelle springen mussten. In den Jahren 1940 – 1943 erlernte der junge Elfried Naumann den Beruf des Fotografen. Ab April 1944 wurde er als Zwangsarbeiter zunächst in Frankreich eingesetzt. Im Winter 1945 musste er dann in einem Stollen im Sauerland (Geheimprojekt „Schwalbe 1“ im Hönnetal) unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Von dort fuhr er im April 1945 – nach Einzug der amerikanischen Truppen – mit einem Fahrrad nach Bad Lippspringe, wo er dann das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte. Im Rückblick auf diese Zeit bis 1945 sagte er später bei diversen öffentlichen Vorträgen: „Nach zwölf Jahren Angst und Verfolgung war ich endlich frei“. Er hat seine persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen in verschiedenen Veröffentlichungen verarbeitet sowie Vorträge unter anderem in Schulen gehalten, um bewusst gegen das Vergessen anzugehen.